Stimmt die Stimme?

Nie mehr sprachlos. Entdecken Sie Ihre Möglichkeiten.

Was ist eine Stimmstörung?

Die menschliche Stimme ist ein Instrument, das wir tagtäglich nutzen und auf das wir im Alltag angewiesen sind. Sie entsteht im Zusammenspiel der Stimmlippen am Kehlkopf, dem Ansatzraum oberhalb der Stimmritze und dem Luftstrom der Ausatmung. Gerät dieses Zusammenspiel aus dem Gleichgewicht, so ist häufig eine Störung der Stimmfunktion die Folge. Dabei treten typischerweise verschiedene Beschwerden auf welche in einer Stimmtherapie behandelt werden.

Folgende Beschwerden könnten vorkommen

  • Lang andauernde Heiserkeit bis hin zu Stimmlosigkeit
  • Angestrengtes Sprechen
  • Ein Druck- oder Kloßgefühl im Hals beim Sprechen
  • Ein Gefühl der Trockenheit im Halsbereich
  • Zunehmende Tonhöhe beim Sprechen in höherer Lautstärke
  • Ein gepresster, rauer, belegter oder kratziger Stimmklang
  • Eine Einschränkung der Stimme beim Singen
  • Das Gefühl beim Sprechen „nicht genügend Luft zu bekommen“

Eine Stimmstörung mit derartigen Beschwerden kann verschiedenste Ursachen haben, die im Rahmen der ärztlichen und logopädischen Diagnostik ermittelt werden.
Diese reichen von einem unphysiologischen Stimmgebrauch und stimmlicher Überlastung, über eine Erkrankung der stimmgebenden Organe am Kehlkopf (z.B. einer Stimmlippenlähmung) bis hin zu psychosomatischen Ursachen.

Wie bekomme ich eine Verordnung für eine Stimmtherapie?

Wenn Sie länger als 2 Wochen an Heiserkeit leiden und eine akute Kehlkopfentzündung nach einer Erkältung ausgeschlossen werden kann, sollte die Vorstellung bei einem HNO-Arzt oder einem Phoniater erfolgen.

Dieser führt im Rahmen einer ausführlichen Diagnostik eine Untersuchung des Kehlkopfes durch.

Bestätigt sich ein Behandlungsbedarf aufgrund einer Stimmstörung, so stellt der Facharzt eine Verordnung für das Heilmittel Logopädie aus.

Wird die Stimmtherapie von der Krankenkasse bezahlt?

Die Krankenkasse übernimmt dann die Kosten für die Therapie. Unter bestimmten Voraussetzungen muss der Versicherte allerdings eine Zuzahlung leisten.

Nach Kontaktaufnahme mit der Logopädiepraxis kann Ihre individuelle Stimmtherapie nun beginnen.

Hier können Termine direkt online gebucht werden.

Was kostet eine Stimmtherapie?

Gesetzlich krankenversicherte Patienten, die jünger als 18 Jahre sind, brauchen keine Zuzahlung zur Therapie leisten, da die Krankenversicherung die gesamte Behandlung übernimmt.

Ab 18 Jahren gibt es eine vorgeschriebene Zuzahlungsgebühr. Diese setzt sich aus 10% der Therapiekosten und 10 € Verordnungsgebühr zusammen. Wie viel Sie für die Therapie pro Verordnung zahlen müssen, ist abhängig von der Krankenkasse und der Sitzungsdauer. Die Gebühr liegt in der Regel für 10 Therapieeinheiten zwischen 50-60 Euro.

Wenn Sie privat versichert sind, wird ein Behandlungsvertrag zwischen Ihnen und der Praxis vereinbart, in der die Kosten pro Therapieeinheit festgelegt sind/werden.

Für welche Berufsgruppen ist Stimmtherapie besonders relevant?

Bei Sängern denkt man oft, dass eine Stimmstörung gar nicht vorliegen kann, da sie sich ja umfangreich mit ihrer Stimme beschäftigen.

Allerdings haben die letzten Jahrzehnte neue Genres mit sich gebracht und damit auch neue Ansprüche an die Sängerstimme gestellt.

Wenn man an Größen wie Adele denkt, merkt man schnell, dass die Stimmgebung weit entfernt von der klassischen Stimmgebung ist.

Was für uns oft schön klingt und starke Emotionen hervorbringt, ist nicht immer gesund für unsere Stimme. Oftmals sind Gesangstechniken nicht physiologisch und die Stimmlippen reagiert mit Heiserkeit, Ödemen oder Knötchen. Eine Regeneration der Stimme ist dann notwendig, um diese nicht dauerhaft zu schädigen.

Ein weiterer Auslöser für eine Stimmstörung kann die zu frühe Belastung der Stimme nach einer Erkältung sein.

Häufig wenden sich auch Sängerinnen nach einer Schwangerschaft an uns, da die Hormone die Stimmgebung verändert haben.

Auch Sänger bleiben natürlich nicht vor Erkrankungen im Kopf-Hals-Bereich (z.B. Schilddrüsenoperationen) bewahrt, so dass auch nach einer Operation oft von einer veränderten Stimme berichtet wird.

Besonders Frauen leiden häufig unter der Einschränkung, nicht mehr so hoch singen zu können. Eine Normalisierung der Stimm- und Atemspannung ist in diesem Fall notwendig, um die „alte“ Stimme wieder herzustellen.

Eine Stimmtherapie kann auch bei einem „Gesangsprofi“ sinnvoll sein, da der Ansatz die Stimme möglichst physiologische zu nutzen auch jedem Sänger zu Gute kommt.

Wer einen sprechintensiven Beruf hat, weiß was es bedeutet, wenn die Stimme versagt. Fast jeder von uns kennt Heiserkeit bei einer Erkältung oder nach Überlastung der Stimme.

Bleibt das Problem der Heiserkeit bestehen und/ oder kommen weitere Beschwerden hinzu, wie etwa Schmerzen um den Kehlkopf oder das Gefühl sich ständig räuspert zu müssen, sind diese deutliche Anzeichen einer Stimmstörung.

Insbesondere Lehrer leiden oft unter Einschränkungen der stimmlichen Belastbarkeit, was den Arbeitsalltag besonders einschränkt. Aus unseren Erfahrungen sind viele Menschen mit Sprechberufen sehr „leidensfähig“ und kommen erst zur Therapie, wenn Bonbons, Tee, Inhalationen und Medikamente nicht mehr helfen. Wie so oft lösen die „Hausmittelchen“ zwar die ersten Beschwerden, allerdings nicht das grundlegende Problem. Die Ursache der Stimmstörung wird jedoch nicht behandelt.

Immer wiederkehrende Heiserkeit muss von einem Facharzt abgeklärt werden. Nur ein phoniatrisches Diagnostikverfahren kann Auskunft über die Gesundheit des Kehlkopfes, insbesondere der Stimmlippen geben!

Für sprechintensive Berufe z.B. Lehrer, ist eine gesunde und belastbare Stimme absolut notwendig, welche durch den richtigen Einsatz von Stimmspannung und Atmung erreicht wird. Auch wenn die Übungen zu Beginn etwas befremdlich sind, kann eine schnelle Entlastung im Alltag verzeichnet werden.

Umso länger ein Patient unter einer Stimmerkrankung leidet, desto länger dauert erfahrungsgemäß auch die Regeneration. In der Regel verordnet der Arzt zu Beginn 10 Therapieeinheiten. Weitere 10 sind fast immer notwendig. In schwierigen Fällen kann im Anschluss oder nach einer Pause die Therapie fortgesetzt werden.
Eine belastbare Stimme kann trainiert werden, Sie müssen sich nicht mit Heiserkeit und Schmerzen abfinden!

Wichtiger Hinweis für Lehrer: Eine Stimmstörung kann sich auch auf die Verbeamtung auswirken!

Fragen Sie uns gerne nach möglichen Lösungen.

Was ist eine Stimmtherapie?

Eine Stimmtherapie ist eine Therapieform aus der Logopädie, die hilft die Stimme bei einer Stimmerkrankung wieder zu regenerieren und somit die „normale“ Belastbarkeit wieder herzustellen.

Die Wiederherstellung der Stimmfunktion hat dabei die höchste Priorität.
Die Ansätze sind umfangreich, da der Auslöser einer Stimmstörung häufig sehr unterschiedlich ist.

Wie funktioniert eine Stimmtherapie?

Eine Stimmtherapie wird in einer logopädischen Praxis mithilfe von verschiedenen Methoden (z.B. Erlanger Methode, Schlaffhorst-Andersen) durchgeführt. Es wird ursachenspezifisch gearbeitet, sodass eine bestmögliche Behandlung erfolgen kann. Dabei ist die Einbeziehung des Patienten von großer Bedeutung, da das Vorgehen und die Ziele mit dem Patienten zusammen abgestimmt bzw. erarbeitet werden. Während der Behandlung ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit unerlässlich. Als übergeordnetes Ziel kann die Verbesserung der Stimme, der Stimmbelastung und gegebenenfalls eine Erweiterung des Stimmfelds genannt werden. (Das bestmögliche Ziel ist das Erreichen einer vollfunktionsfähigen Stimme, was je nach Ursache jedoch nicht immer erreicht werden kann.)

Während der Therapie, die in der Regel 45 Min. dauert und je nach Bedarf 1-2 x pro Woche oder öfter stattfindet, wird die Muskulatur der Stimmlippen durch das Phonieren (Stimme geben) in unterschiedlichen Arten gestärkt, so dass beispielsweise ein Stimmlippenschluss ermöglicht werden kann. Bei der Funktionalen Stimmtherapie wird mithilfe von einatmungsgesteuerten Bewegungen eine physiologische Stimmgebung und Stärkung der Stimme erarbeitet.
Wichtige Aspekte, die während der Therapie beachtet und gegebenenfalls behandelt werden, sind die Atmung, die Haltung und die Wahrnehmung.

Welche Unterteilung der Stimmstörungen gibt es in den Heilmittelrichtlinien?

ICD–10–Code:
Indikationsschlüssel:

Leitsymptomatik:

– R49
– ST2 funktionelle Dysphonie
– ST4 psychogene Dysphonie
– ST1 organische Dysphonie (nach stimmangleichender OP)
– Veränderung der Stimmlage und Tonhöhe, eingeschränkte.
stimmliche Belastbarkeit
– fehlende beziehungsweise eingeschränkte stimmliche Kommunikationsfähigkeit, eingeschränkte stimmliche Belastbarkeit

Ganzheitliche Stimmtherapie nach dem Konzept Schlaffhorst-Andersen

An beiden BONA LINGUA Standorten sind neben Logopäden/innen auch Atem- Sprech- und Stimmtherapeut/innen tätig, die Stimmtherapie nach dem Konzept Schlaffhorst-Andersen anbieten. Dieses Konzept mit ganzheitlichem und ganzkörperlichem Ansatz entwickelt sich beständig weiter und bewährt sich seit vielen Jahrzehnten in der Berufspraxis.

Der Begriff der Ganzheitlichkeit steht für die individuelle Betrachtung der/des Patienten/in in Hinblick auf den Körper, die Seele und das soziale Umfeld. Dabei wird der Zusammenhang zwischen dem Arbeiten an der Stimmfunktion und den Persönlichkeitsaspekten beachtet.

Die Behandlung im Sinne der Ganzkörperlichkeit bezieht in der Stimmtherapie den Spannungszustand und die Regeneration der gesamten körperlichen Muskulatur mit ein. Durch die anatomische Verbindung über Muskelketten im Körper herrscht ein Zusammenspiel zwischen der Skelettmuskulatur und der stimmgebenden Muskulatur. Eine physiologisch flexible Grundspannung und Aufrichtung des Körpers sind somit wichtige Voraussetzungen für das Erreichen einer physiologischen Stimmgebung. Hierbei spielt auch die Arbeit an der Atemmuskulatur eine zentrale Rolle in der Behandlung. Insbesondere im Falle einer funktionellen Stimmstörung findet die Arbeit an der Atemwahrnehmung und einem ökonomischen Atemmuster statt. Die Regulation der Atemspannung, der Atemräume und des Atemrhythmus wirkt sich positiv auf das Zusammenspiel der Muskulatur am Kehlkopf und die Stimmfunktion aus.
Gegebenenfalls werden Elemente aus dem musisch- künstlerischen Bereich einbezogen, um die Ausdrucksmöglichkeiten des Einzelnen weiter zu steigern und die Stimmfunktion in Hinblick auf den persönlichen Alltag weiter zu erproben.

Die Methode der funktionalen Stimmtherapie

Eine funktionale Stimmtherapie ist notwendig, wenn eine Veränderung des Stimmklanges oder eine eingeschränkte stimmliche Belastbarkeit und/oder Leistungsfähigkeit besteht, ohne das hierfür eine organische bzw. anatomische Veränderung zu Grunde liegt.

Durch den unphysiologischen Gebrauch von Atmung und Stimme wird das natürliche Schwingungsmuster der Stimmlippen gestört, was zu hörbaren Veränderungen der Stimme führt.

Man kann die funktionellen Stimmstörungen in zwei Kategorien unterteilen. Zum einen in die hyperfunktionellen und zum anderen in die funktionellen Stimmstörungen.

Definition: Hyperfunktionelle Stimmstörung

Bei der hyperfunktionellen Dysphonie, d.h. wenn zu viel Spannung vorliegt, sind die Hauptsymptome Heiserkeit und Rauigkeit. Die Stimme klingt häufig gepresst. Der Stimmumfang, d.h. die Anzahl an Tönen, die produziert werden können, sind eingeschränkt. Zudem ist die Stimmlage meist erhöht.

Häufig sind Anstrengungen und Verspannungen im Hals- und Nackenbereich sichtbar.
Bei der hyperfunktionellen Stimmstörung hingegen, d.h. wenn zu wenig Spannung vorliegt, klingt die Stimme kraftlos, behaucht und matt.

Die Lautstärke ist reduziert und die Resonanz, d.h. die Tragfähigkeit der Stimme, ist eingeschränkt. 

Definition: Funktionelle Stimmstörung

Funktionelle Stimmstörungen haben in den meisten Fällen vielfältige Ursachen. Sie können unter anderem durch den falschen Stimmgebrauch entstehen, durch berufsbedingte Faktoren wie z.B. längeres Sprechen in lauterer Umgebung, psychische Probleme, Stress, etc.

Die funktionale Stimmtherapie ist ein ganzheitlicher Ansatz. Neben Beratung und Aufklärung über Stimmhygiene enthält sie Wahrnehmung, Körperhaltung und Atmung sowie Artikulation und Stimmgebung.

Dysphonie Behandlung

Es wird viel in Verbindung mit Bewegung gearbeitet, da bestimmte Bewegungen das physiologische Schwingungsmuster zur Folge haben und somit einen klareren Stimmklang ermöglichen.

Was kann ich als Betroffene/r selbst für meine Stimme tun?

Übungen aus der Stimmtherapie lassen sich häufig sehr gut in den Alltag der Patienten/innen integrieren. Besonders geeignet sind dabei Übungsfolgen am Morgen als stimmliches Warm-Up und Vorbereitungen der Stimme auf die Anforderungen des Tages.

Morgendusche für das Gesicht

Finden Sie als physiologische Übungshaltung einen möglichst aufrechten Sitz oder Stand.

Lösen Sie bewusst die gesamte Gesichtsmuskulatur mit besonderer Beachtung der Kiefermuskeln.

Dabei sind die Zahnreihen bei locker geschlossenen Lippen leicht geöffnet.

Beginnen Sie nun mit den Fingerkuppen beider Hände das Gesicht abzuklopfen. Variieren Sie je nach Belieben die Stärke der „Klopfungen“ unter Beibehaltung lockerer Handgelenke.

Nehmen Sie bewusst wahr, wie sich der Kiefer immer gelöster anfühlt und sich dadurch auch die Hals- und Nackenmuskukatur entspannt.

 

Mit dem richtigen Rhythmus in den Tag starten

Nehmen Sie die physiologische Sitzhaltung ein und konzentrieren Sie sich für die nächste Zeit ganz auf Ihre Atmung. Spüren Sie bewusst den Phasen der Ein- und Ausatmung nach. Nehmen Sie wahr, dass im Anschluss an die Ausatmung in der Ruheatmung ein Moment der Pause erfolgt. Die Atemmuskulatur wird gelöst und es findet keine Luftbewegung statt.

Diese drei Phasen Einatmung, Ausatmung und Atempause werden nun mit einer kleinen Bewegung begleitet.
Während der Einatmung ballen Sie Ihre Hand zur Faust. Die Hand und der Arm liegen dabei ruhig auf dem Oberschenkel.

Während der Ausatmung öffnen Sie die Faust mit einer geführten Bewegung und gehen schließlich in die Streckung der Finger über. Diese Bewegung in der Ausatmung wird mit einem „f“ begleitet, bei dem die Luft ebenso geführt den Körper verlässt. Im Anschluss daran erfolgt die Atempause, in der die Hand in die gelöste Ausgangsposition zurückfällt.

Warten Sie auf die nächste Einatmung, in der dann die Hand erneut zur Faust geballt wird. So wiederholt sich der Übungsablauf. Nach einigen Durchführungen atmen Sie statt dem „f“ auf einem „w“ aus und machen damit die Stimme hörbar.

Mit leichtem Kausummen die Stimme wecken

Ausgehend von der beschriebenen physiologischen Übungshaltung und gelöster Kiefermuskulatur beginnen Sie nun mit einer zunächst kleinen Kaubewegung des Kiefers.

Nehmen Sie sich Zeit, eine nach und nach immer gleichmäßigere und flüssigere Bewegung entstehen zu lassen. Das Vorstellungsbild, dabei genussvoll eine Lieblingsspeise zu kauen, wirkt dabei häufig unterstützend.

Um nun auch mit der Stimme einzusteigen, Summen Sie zu dieser Bewegung ein „m“. Besonders wichtig sind hierbei neben der gelösten Kiefermuskulatur auch locker geschlossene Lippen. Die Tonhöhe des Summens kann variiert werden.

Verändern Sie nach einiger Zeit das „m“ zu Vokalen, so dass Lautkombinationen wie z.B. „mom, mum, mam“ hörbar werden.

Wie erfolgt der Einsatz der Stimmtherapie bei Transgender-Patienten?

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Stimmtraining für Transgender

Das Ziel der Stimmtherapie bei Transsexualität ist eine Übereinstimmung von Stimme, Sprache, nonverbalen Aspekten und dem Aussehen.

Eine Frau mit einer tiefen männlichen Stimme führt bei den Mitmenschen häufig zu Irritationen. Besonders am Telefon ist die Stimme DAS geschlechtsspezifische Erkennungsmerkmal. Fragen wie „Ich spreche mit Herrn…?“ rufen bei den MzF–Transgendern (Mann–zu–Frau) immer wieder Enttäuschungen und Ärger hervor.

In der Stimmtherapie wird demnach an den Bereichen Atmung, Tonhöhe, Resonanz, Artikulation, Prosodie (Betonung), Sprache und nonverbalen Aspekten gearbeitet.

Durch gezielte Übungen wird so das Zusammenwirken von Körper, Stimme und Sprechen optimiert.
Regelmäßige Übungen zu Hause sowie Geduld ist für den Erfolg der Stimmtherapie bei Transgendern unabdingbar! Denn: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“ Nach einer Weisheit aus Afrika.

Schritt für Schritt bauen wir zusammen mit unseren transidenten Patienten ein individuell zugeschnittenes Übungsprogramm auf, um ihr Passing zu vollenden. Damit sie endlich so leben können und akzeptiert werden, wie sie es sich wünschen.

  • Stimmtraining für Transgender
  • Stimmtherapie für Transfrauen
  • Stimmtherapie bei Transidentität
  • Transsexualität und Logopädie

Welche Formen der Stimmstörung können auftreten?

Stimmstörungen äußern sich bei Erwachsenen in lang anhaltender Heiserkeit, eingeschränkter stimmlicher Belastbarkeit, Schmerzen oder einem Fremdkörpergefühl im Hals. Es gibt verschiedene Arten von Stimmstörungen. Diese gehen mit unterschiedlichen Ursachen einher. Die Stimmstörungen lassen sich unterteilen in organische, funktionelle und psychogene Dysphonien.

Organische Stimmstörungen

Organische Stimmstörungen definieren sich durch Veränderungen im Kehlkopfbereich. Die Symptome reichen von eingeschränkter stimmlicher Belastbarkeit, Rauigkeit, Heiserkeit, beschränkter Lautstärke oder Tonhöhe bis hin zur Aphonie (Stimmlosigkeit).

Zu den organischen Dysphonien zählen Stimmlippenlähmungen, Stimmlippenknötchen, Reinke–Ödem, Zysten, spasmodische Dysphonien, Larynxkarzinome, Teilresektionen nach Krebserkrankungen, Laryngitis, Refluxlaryngitis, hormonelle Einflüsse während der Schwangerschaft sowie Nebenwirkungen von Medikamenten.

Funktionelle Stimmstörungen

Funktionelle Stimmstörungen entstehen in Folge eines falschen Gebrauchs der Stimme. Hier kann zwischen einer hypofunktionellen und einer hyperfunktionellen Dysphonie unterschieden werden.
Charakteristisch für Patienten mit hypofunktioneller Stimmstörung ist eine matte, behauchte, klangarme Stimme, die leise und wenig belastbar ist und schnell ermüdet. Dies tritt häufig in Kombination mit einer schlaffen Körperhaltung und Muskulatur auf.
Symptome einer hyperfunktionellen Dysphonie sind Stimmanstrengung, Ermüdung der Stimme, Kratzen oder Brennen im Hals, Räusperzwang. Die Betroffenen leiden häufig an einem erhöhten Muskeltonus, muskulären Verspannungen, Haltungsproblemen und überlasten ihre Stimme im Alltag, aufgrund einer mangelnden Stimmtechnik. Die Stimme klingt häufig gepresst, rau, heiser und angestrengt. Die Sprechstimmlage ist häufig erhöht und es fällt den Patienten schwer leise zu sprechen. Bei Betroffenen mit dieser Form der Stimmstörung ist das Risiko für die Entwicklung einer organischen Stimmstörung wie z.B. Stimmlippenknötchen erhöht.

Psychogene Stimmstörungen

Unter dem Begriff Psychogene Dysphonie versteht man eine Stimmstörung, bei der aufgrund psychischer Ursachen plötzlich eine deutliche Stimmverschlechterung bis hin zum vollständigen Stimmverlust auftritt.

Symptome wie Heiserkeit, Rauigkeit oder Stimmlosigkeit treten häufig parallel zu einer akuten Stresssituation auf, die die Patienten als äußerst belastend wahrnehmen.

In den meisten Fällen ist den Betroffenen die Verbindung zwischen ihren Stimmproblemen und der psychischen Situation nicht klar. Oft besteht das stimmliche Problem in einer ungesunden Stressbewältigung.

Diesen Patienten bleibt wortwörtlich „die Stimme im Hals stecken“, vergleichbar ist dies mit Menschen, die z.B. unter Stress an Magenschmerzen leiden.

„Unterstützend können in der Stimmtherapie diverse Geräte eingesetzt werden. Dazu zählen beispielsweise das Novafon und der Lax-Vox Schlauch.“

Welche Geräte werden in der Stimmtherapie eingesetzt?

Das Novafon ist ein Schallwellengerät, das in verschiedenen Stufen und Intensitätsgraden zu verwenden ist. Es hat zwei wechselbare Aufsätze, die je nach Behandlungsziel gewählt werden können. Zum einen kann dieses Gerät für Stimmpatienten genutzt werden, die eine zu hohe Spannung im Kiefer, Hals oder Nacken haben. Durch die Vibrationen wird die Muskulatur durchblutet und somit gelockert. Regelmäßige Anwendungen können eine dauerhafte Entlastung für die Muskulatur zur Folge haben.
Zum anderen profitieren Patienten mit einer Stimmlippenlähmung vom Novafon. Durch gezieltes Behandeln der Muskulatur rund um den Kehlkopf, werden die Stimmlippen sowie die dazugehörigen Nerven stimuliert und können den Stimmlippen zu mehr Beweglichkeit verhelfen.

Der Lax-Vox Schlauch dient der Massage und Stimulation der Stimmlippen und kann sehr vielfältig eingesetzt werden. Er kann sowohl bei funktionellen wie auch bei organischen Stimmstörungen und somit bei den verschiedensten Arten der Stimmbeschwerden und Auffälligkeiten genutzt werden. Zudem lässt sich der Lax-Vox Schlauch gut mit anderen Behandlungsansätzen kombinieren. Man kann ihn beispielsweise als Warm-up Übung oder als Entspannungs- und Regenerationsübung nach einer erhöhten Stimmbelastung nutzen.

Der Lax-Vox Schlauch hat unter anderem einen physiologischen Stimmlippenschluss, eine schnellere Regeneration von gereizten/geschädigten Stimmlippen sowie eine Reduktion von Verspannungen im Kehlkopf und in der Kiefer- und Nackenmuskulatur zur Folge.

Die Grundübung ist die, dass das eine Schlauchende sich in einem Behältnis mit Wasser befindet, während das andere Schlauchende in den Mund genommen wird. Nun soll ein stimmhaftes in den Schlauch gegeben werden und die Wangen sollen dabei „flattern“. Diese Grundübung wird in einem späteren Schritt dahingehend variiert, dass man beispielsweise die Tonhöhe, die Melodie oder die Tiefe des Schlauches in dem Wasser verändert.

Wie wird Stimmtherapie bei einer Stimmlippenlähmung eingesetzt?

Eine Stimmlippenparese tritt unter anderem als Folge von Schilddrüsenoperationen, Tumorentfernungen im Hals- und Kehlkopfbereich oder nach nervlichen Verletzungen durch Intubation auf.
Die Stimmlippenparese äußert sich in Form von einer Bewegungsstörung der Stimmlippen. Die Beweglichkeit der Stimmlippen kann hierbei verringert oder vollständig eingeschränkt sein. Im zuletzt genannten Fall behält die betroffene Stimmlippe ihre Position in einer bestimmten Stellung bei. Dadurch kann einerseits die Atmung erschwert werden, so dass die Patienten an Atembeschwerden bis hin zu Atemnot leiden, andererseits kann die Stimmgebung betroffen sein.

Häufige stimmliche Symptome können Heiserkeit, rasche Ermüdung der Stimme und eine verringerte Sprechmelodie sein.

In der Stimmtherapie werden gezielte Übungen durchgeführt und erarbeitet, die die Beweglichkeit der Stimmlippen fördern. Äußere Stimulation, impulshafte Atembewegungen und Lautgruppenarbeit beispielsweise dienen der Anregung der Stimmlippenbeweglichkeit.

Je nach Schweregrad der Schädigung ist in einigen Fällen die Wiederherstellung der vollen Funktionsfähigkeit der Stimme innerhalb eines Jahres nach dem Vorfall möglich.

Welche Rolle spielt Stimmtherapie nach Operationen im Halsbereich?

Nach Operationen können die Stimmlippen aus verschiedenen Gründen in Mitleidenschaft gezogen werden. Sie können durch die Intubation Schaden nehmen oder der Nervus Recurrens (Kehlkopfnerv) kann, wie z.B. nach einer Schilddrüsenoperation, vorläufig oder dauerhaft beschädigt werden. Zudem gibt es auch Operationen direkt an den Stimmlippen wie z.B. die Entfernung von Ödemen und Tumoren, sowie Kehlkopf(teil)resektionen.

In beiden Fällen ist im Anschluss eine Stimmtherapie notwendig, da die Stimme der Betroffenen meist heiser, rau oder behaucht klingt oder sogar vollständig versagt.

Bei einer beidseitigen Stimmlippenlähmung kommen primär starke Atembeschwerden hinzu. Vielen Patienten ist es in dem Fall nicht mehr bzw. zum Teil nicht mehr möglich, ihren Beruf auszuüben. Demnach ist es wichtig, sofort zu handeln und die Therapie zeitnah zu beginnen, um den Betroffenen eine schnelle Verbesserung der Symptome zu ermöglichen.

Eine häufige Ursache für die Verordnung einer Stimmtherapie ist eine Stimmlippenlähmung, die sogenannte Stimmlippenparese.

Stimmtherapie nach Laryngektomie

Nach eine Laryngektomie (Kehlkopfentnahme) muss eine neue Stimmgebung trainiert werden. Durch moderne medizinische Techniken, kann oftmals eine sehr gute Regeneration stattfinden. Es gibt drei Methoden den Patienten wieder in die Stimmgebung zu ermöglichen.

1. Der Gebrauch einer elektrischen Sprechhilfe. Bei dieser Technik, bringt ein Elektronisches Gerät die Luft im Anatzrohr in Schwingung. Leider klingt die Stimme sehr verzerrt und unnatürlich. Viele Patienten lehnen daher eine elektronische Sprechhilfe ab.

2. Der Einsatz der Ruktus, auch Ösophagusstimme genannt. Dabei wird die Luft über den Mund in die Speiseröhre gedrückt.

Stimmtherapie von Experten

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Sie haben nun hoffentlich einen ersten Eindruck von der Komplexität einer Stimmtherapie erhalten können.

Wir Logopäden bei BonaLingua sind noch immer fasziniert von der Stimme und freuen uns, wenn wir Ihnen helfen können. Entdecken Sie die Möglichkeiten unseres Angebots.

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